Von 1943 – 1945 bestand in Guntramsdorf und in Wr. Neudorf ein Konzentrationslager. Es war ein Außenlager des KZ Mauthausen und Teil der „Flugmotorenwerke Ostmark“.
Zum Höchststand im September 1944 waren hier 3.170 Gefangene inhaftiert. Der KZ-Gedenkverein hilft seit 2005 mit, das Wissen über das bis dahin wenig bekannte KZ-Nebenlager Guntramsdorf/Wr. Neudorf zu verbessern.
Wir organisieren die jährlichen Gedenkveranstaltungen in Guntramsdorf und Wiener Neudorf, sowie Vorträge, Exkursionen und Führungen am ehemaligen KZ-Gelände in Neu-Guntramsdorf für Schulen und andere interessierte Gruppen.
Als offizielle Lokalgruppe arbeiten wir eng mit dem MauthausenKomitee Österreich (MKÖ) zusammen.
Unser Spendenkonto:
KZ-Gedenkverein Guntramsdorf / Wiener Neudorf
IBAN: AT75 3225 0000 0008 2552
BIC: RLNWATWWGTD
Zusätzlich erhalten alle unsere Mitglieder in unregelmäßigen Abständen einen E-Mail-Newsletter mit Veranstaltungshinweisen.
Das Team des KZ-Gedenkvereins Guntramsdorf / Wiener Neudorf
Aktuelles:
Innenminister besucht Gedenkstätte: Gemeinsames Gedenken am ehemaligen KZ-Außenlager Guntramsdorf/Wiener Neudorf
Eine Vergegenwärtigung der Verbrechen an der neu errichteten Gedenk-Stele mit Innenminister Gerhard Karner, der Leiterin des Mauthausen Memorial, Barbara Glück, und anderen Gästen fand am 12. Jänner 2026 statt.
Am 12. Jänner 2026 besuchte Innenminister Gerhard Karner das ehemalige Außenlager des Konzentrationslagers Mauthausen im Bereich Guntramsdorf/Wiener Neudorf, wo seit Oktober 2025 eine Gedenk-Stele die Verbrechen der Nationalsozialisten in Erinnerung ruft und sichtbar macht.

„Die Außenlager-Stelen sind ein wichtiger Beitrag für die Verankerung und Weiterentwicklung einer regionalen Gedenkkultur. Die schrecklichen Verbrechen geschahen nicht nur in Mauthausen, sondern auch in den rund vierzig Nebenlagern auf dem heutigen österreichischen Staatsgebiet. Die Gemeinde Guntramsdorf leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung eines der dunkelsten Kapitel unserer Geschichte“, sagte Innenminister Gerhard Karner.
Innenminister Gerhard Karner wurde von Bürgermeister Robert Weber empfangen. Im Anschluss erfolgte eine Besichtigung der Stele, bei der Barbara Glück als Direktorin des Mauthausen Memorials die Geschichte des ehemaligen Außenlagers sowie die Bedeutung des Erinnerungsortes erläuterte. Danach fand ein stilles Gedenken mit der Niederlegung weißer Rosen bei der Stele statt.
An dem Termin nahmen auch Jürgen Gangoly, Vorsitzender des KZ-Gedenkvereins Guntramsdorf, sowie Helmut Miernicki, Vorsitzender von ecoplus, der Wirtschaftsagentur des Landes Niederösterreich, teil.
Über die Gedenk-Stele
Die im Oktober 2025 errichtete Gedenk-Stele ist vier Meter hoch und besteht aus 39 dreiseitigen Betonprismen, in die die Namen, Richtungen und Entfernungen sämtlicher Außenlager des KZ Mauthausen sowie des Stammlagers eingeprägt sind. Die dreieckige Grundform verweist auf die Häftlingsabzeichen der Konzentrationslager. Die Stele in Guntramsdorf ist die sechste ihrer Art; weitere Erinnerungszeichen sind in ganz Österreich geplant.

Die österreichweite Errichtung der künstlerisch gestalteten KZ-Außenlager-Stelen zur Sichtbarmachung der ehemaligen Mauthausen-Außenlager ist eine Initiative der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, in Guntramsdorf gemeinsam umgesetzt mit der Marktgemeinde Guntramsdorf, ecoplus und dem KZ-Gedenkverein.
Das KZ-Außenlager in Guntramsdorf
Das KZ-Außenlager Guntramsdorf war von August 1943 bis April 1945 ein Nebenlager des Konzentrationslagers Mauthausen und lag auf dem Gebiet des heutigen Guntramsdorf bzw. Wiener Neudorf. Es wurde auf dem Gelände der „Flugmotorenwerke Ostmark“ errichtet, einer Produktionsstätte für Flugzeugmotoren. Zur Herstellung von Motoren wurden tausende KZ-Häftlinge angefordert und zur Zwangsarbeit in das Außenlager verbracht. Im Lager waren über 4.000 Gefangene aus verschiedenen Ländern Europas interniert.


Heute erinnert in der Industriestraße in Guntramsdorf eine Gedenkstätte an dieses Außenlager. Initiativen wie der KZ-Gedenkverein Guntramsdorf/Wiener Neudorf und das Mauthausen Komitee Österreich engagieren sich seit Jahrzehnten für die Erinnerungs- und Bildungsarbeit, etwa durch Führungen, Gedenkveranstaltungen und den Aufbau einer Stele zur Sichtbarmachung der Orte nationalsozialistischen Terrors. Ziel dieser Arbeit ist es, die Geschichte des Lagers, das oft wenig bekannt war, in der Öffentlichkeit zu verankern und an die Schicksale der Opfer von Gewalt, Entrechtung und Zwangsarbeit zu erinnern.
Text: Bundesministerium für Inneres, KZ-Gedenkverein Guntramsdorf/Wiener Neudorf
Ein starkes Zeichen der Erinnerung: Mauthausen-Außenlager-Stele in Guntramsdorf feierlich enthüllt
Mit einer bewegenden Gedenkfeier wurde am Samstag, 18. Oktober 2025, in der Guntramsdorfer Industriestraße 19 unter Beisein von Vertreterinnen und Vertretern zahlreicher staatlicher und privater Institutionen eine offizielle Mauthausen-Außenlager-Stele enthüllt.


Vertreter des Bundesministeriums für Inneres, der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, der Marktgemeinde Guntramsdorf und ihrer Nachbargemeinden, der Botschaften Polens und Luxemburgs, der niederösterreichischen Wirtschaftsagentur ecoplus gedachten gemeinsam mit überlebenden NS-Opfern und Nachfahren ehemaliger KZ-Häftlinge sowie über 100 weiteren Teilnehmern, der dort inhaftierten und ermordeten Opfer des Nationalsozialismus.
Im heutigen Industriezentrum NÖ/Süd bestand, neben einem riesigen Zwangsarbeiterlager, von 1943 bis 1945 ein großes Außenlager des KZ Mauthausen. In diesem wurden über 3.100 KZ-Häftlinge der „Flugmotorenwerke Ostmark Wiener Neudorf“ ausgebeutet wurden. Zur Verbesserung der Sichtbarkeit und zur Erinnerung an dieses Lager, seine Opfer und an die vielen anderen Außenlager von Mauthausen wurde nun, 80 Jahre nach Kriegsende, eine künstlerisch gestaltete Stele errichtet und feierlich enthüllt.
Dabei handelt es sich um ein österreichweites Projekt, mit dem die Republik Österreich und die KZ-Gedenkstätte Mauthausen gemeinsam mit den heutigen Grundstückseigentümern und lokalen Gedenkinitiativen alle ehemaligen Außenlager des Konzentrationslagers Mauthausen kennzeichnet.


Die in Guntramsdorf errichtete Stele ist die Sechste ihrer Art. Weitere Stelen sollten bei den über 40 Außenlagern des KZ-Mauthausen in ganz Österreich folgen und diese gut erkennbar kennzeichnen. Die Stelen machen die Orte des NS-Terrors sichtbar und zeigen zugleich die Richtungen und Entfernungen zwischen den einstigen Lagern in ganz Österreich.
Gleichzeitig wurden bei der Veranstaltung zwei besondere Jubiläen gefeiert: 30 Jahre KZ-Gedenkstätte Neu-Guntramsdorf und 20 Jahre KZ-Gedenkverein Guntramsdorf/Wiener Neudorf. Beide stehen für langjähriges Engagement in der Gedenkarbeit, für die Betreuung ehemaliger KZ-Opfer und ihrer Familien sowie für umfassende wissenschaftliche Aufarbeitung und Bildungsarbeit.

Jürgen Gangoly, Vorsitzender des KZ-Gedenkverein Guntramsdorf / Wiener Neudorf und Vorstandsmitglied des Mauthausen Komitee Österreichs wies in seiner Eröffnungsrede darauf hin, dass bereits über 15.000 Schülerinnen und Schüler und andere Interessierte das Grundstück und die Gedenkstätte des ehemaligen KZ Wiener Neudorf, im heutigen Neu-Guntramsdorf besucht und an Führungen, Exkursionen und Veranstaltungen des Gedenkvereins teilgenommen haben.


Der Guntramsdorfer Bürgermeister Robert Weber: „Mit der Enthüllung der offiziellen Mauthausen-Außenlager-Stele setzen wir heute ein starkes, sichtbares Zeichen. Sie macht deutlich, dass hier in Guntramsdorf ein Außenlager des KZ Mauthausen stand, dass hier Menschen gequält, entrechtet und zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Die Stele mahnt uns und kommende Generationen: Niemals wieder!“

Besonders berührend waren die Worte von Armelle Querbouet, von der Organisation „Amicale de Mauthausen“, die aus Frankreich zur Gedenkveranstaltung anreiste. Ihr Vater, Pierre Querbouet, war 1944–1945 im Außenlager Guntramsdorf/Wiener Neudorf inhaftiert. Nach dem sogenannten Todesmarsch zurück nach Mauthausen überlebte er die Befreiung des KZ im Mai 1945 nur wenige Tage. Er starb vollkommen entkräftet noch in Oberösterreich, ohne seine Familie und Heimat jemals wiederzusehen.

Die Außenlager-Stele ist eine vier Meter hohe Säule, bestehend aus 39 dreiseitigen Betonprismen. Auf ihnen sind die Namen, Richtungen und Entfernungen sämtlicher Außenlager sowie des Stammlagers Mauthausen eingeprägt. Die Grundform – das Dreieck – erinnert an den sogenannten „Häftlingswinkel“, ein Stoffabzeichen auf der Kleidung der KZ-Häftlinge, das deren Verfolgungsgrund und Herkunftsland kennzeichnete. Das Mauthausen-Prisma ist rot gefärbt, der Aufstellungsort Guntramsdorf selbst in Großbuchstaben hervorgehoben. Die Errichtung der Stele wurde von der Kulturabteilung des Landes Niederösterreich unterstützt.



Bei der Veranstaltung sprachen folgende Vertreterinnen der Republik Österreich und der Projektpartner zu Errichtung der Stele:
• Sektionschef Dr. Mathias Vogl, in Vertretung von Innenminister Mag. Gerhard Karner und in seiner Funktion als Vorsitzender des Kuratoriums der KZ-Gedenkstätte Mauthausen
• Bürgermeister, Robert Weber, Marktgemeinde Guntramsdorf
• Dr. Barbara Glück, Direktorin der KZ-Gedenkstätte Mauthausen / Mauthausen Memorial
• Mag. Helmut Miernicki, GF der nö. Wirtschaftsagentur ecoplus
• Armelle Querbouet, „Amicale de Mauthausen“ (F), Tochter eines Opfers des KZ Wiener Neudorf
• Jürgen Gangoly, Vorsitzender, KZ-Gedenkverein Guntramsdorf / Wiener Neudorf; Vorstandsmitglied Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ
Weitere Ehrengäste / TeilnehmerInnen von Institutionen u. a.:
• Bundesrätin gfGR Simone Jagl (Biedermannsdorf)
• LAbg. KO Dr. Helga Krismer-Huber
• Botschaftsrat Przemysław Gembiak, Botschaft der Republik Polen in Österreich
• Konsul Botschaftsrat Christophe Schoentgen, Botschaft des Großherzugtums Luxemburg im Österreich
• Mag. Martin Grüneis, Kulturabteilung des Landes Niederösterreich
• Bürgermeister Hans Wimmer, Marktgemeinde Biedermannsdorf
• LAbg. a.D. (OÖ) Helmut Edelmayr, Gründungsmitglied Mauthausen Komitee Österreich, Vorstandsmitglied, Österreichischen Lagergemeinschaft Mauthausen
• Dr. Lutz Popper, NS-Opfer und Zeitzeuge, Vorstandsmitglied MKÖ
• Christa Bauer, Geschäftsführerin Mauthausen Komitee Österreich
• STRin Manuela Rommer-Sauerzapf (Traiskirchen)
• GR Ing. Christian Tschirk (Gumpoldskirchen)
• PGRin Elisabeth Forstreiter, Pfarre Neu-Guntramsdorf
• VBgm. a. D. Josef Tutschek, Marktgemeinde Wiener Neudorf
• DI Peter Wondra, Standortleiter IZ / NÖ Süd, ecoplus
• Zahlreiche weitere Gemeinderätinnen und Gemeinderäte
sowie Vertreterinnen von Gedenk- und NS-Opfer-Organisationen aus Mödling, Guntramsdorf, Gumpoldskirchen, Traiskirchen, Wiener Neudorf, Laxenburg, Leobersdorf, Hirtenberg, Melk, Steyr und Rechnitz.
Die Veranstaltung wurde von der Saxophonistin Barbara Paierl musikalisch begleitet und mit der Europahymne „Ode an die Freude“ feierlich abgeschlossen.
Pressefotos: Charly Steiner
Spendenkonto:
Empfänger: Gedenkverein KZ-Nebenlager Guntramsdorf/Wiener Neudorf
IBAN: AT75 3225 0000 0008 2552
BIC: RLNWATWWGTD
Rückfragen
Gedenkverein KZ-Nebenlager Guntramsdorf/Wiener Neudorf
Jürgen H. Gangoly, Vorsitzender
0664 2000260, office@gedenkverein.at
