Verschwundene Wiener Neudorfer:innen

Samstag, 2. November 2024, 18:30 Uhr, Migazzi-Haus, Schloßmühlplatz 1, Wiener Neudorf

In den letzten beiden Jahren hat der Politikwissenschafter Dr. Thomas Schwarz vom KZ-Gedenkverein dazu in diversen Archiven in Österreich und Deutschland recherchiert und auch Interviews mit Zeitzeugen geführt. Erstmals ausgehobene NS-Originaldokumente zeigen auf, dass zahlreiche Einwohnerinnen und Einwohner Wiener Neudorfs zwischen 1938 und 1945, häufig vor den Augen der lokalen Bevölkerung, zu zivilen Opfern der Nationalsozialisten wurden.

Der KZ-Gedenkverein präsentiert im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung erstmals Forschungsergebnisse über in der NS-Zeit verfolgte und aus dem Ort vertriebene Wiener Neudorfer Personen und Familien.

Im Laufe der bisherigen Forschungsarbeiten wurden 23 Opfer des Nationalsozialismus aus Wiener Neudorf identifiziert, darunter fünf jüdische Opfer sowie vier Roma und Sinti. Sieben Personen wurden aus politischen und anderen Gründen verfolgt. Weitere sieben Wiener Neudorfer:innen wurden zu Opfern der Euthanasie und starben in der Gaskammer der Tötungsanstalt in Schloss Hartheim. Diese bedrückenden Schicksale fanden bisher in der Geschichtsaufarbeitung der Gemeinde keine oder zu wenig Beachtung.

Die Veranstaltung und das Forschungsprojekt des KZ-Gedenkvereins, das inZusammenarbeit mit der Marktgemeinde Wiener Neudorf umgesetzt wurde, sind der Versuch, in Zukunft
ein würdevolles Gedenken für alle dieses Opfer des Nationalsozialismus zu ermöglichen.

Der bekannte Schauspieler Franz Froschauer („Eichmann“, „Der Fall Gruber“) zitiert bei der Veranstaltung aus den NS-Originaldokumenten und wird von Andrea Froschauer musikalisch begleitet.

Der Eintritt ist frei!

Gratis-Tickets online unter www.gedenkverein.eventbrite.at
Weitere Infos zum KZ-Gedenkverein unter www.gedenkverein.at

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