Rückblick Gedenkfeier 2006

Die Gedenkfeier 2006 fand am Freitag, den 19. Mai,statt. Direkt am Gelände des ehemaligen Außenlagers des KZ Mauthausen in der Guntramsdorfer Industriestraße versammelten sich ca. 200 Personen, um der Befreiung des KZ Mauhauhausen vor 61 Jahren und speziell den Opfern des Außenlagers vor Ort zu Gedenken und erstmals an Führungen am Gelände teilzunehmen.

An der vom Guntramsdorfer Gedenkverein (www.gedenkverein.at) organisierten Veranstaltung nahmen neben der lokalen Bevölkerung, Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften sowie zahlreiche Politiker und Organisationsvertreter aus Wien, Niederösterreich und Oberösterreich teil.


Nationalratsabgeordneter Michael Spindelegger überbrachte Grußworte von Landeshauptmann Erwin Pröll. Der Sozialforscher Andreas Baumgartner, sprach für das Mauthausen Komitee Österreich über die oft vergessenen weiblichen KZ-Opfer.


Mag. Fred Kornher wies als Vertreter des Grundstücksbesitzers ecoplus auf die Verantwortung einer Gesellschaft hin, sich mit seinem historischen Erbe zum Wohle Aller auseinanderzusetzen.

Der Guntramsdorfer Bürgermeister Karl Sonnweber betonte die Bedeutung der Bildungsarbeit bei Geschichtsaufarbeitung und Zukunftsgestaltung und dankte in diesem Zusammenhang den Veranstaltern besonders für die Organisation der Feier.

Der Vorsitzende des Gedenkvereines, Jürgen H. Gangoly, ging auf Fragen aus der Bevölkerung ein und betonte, dass es bei der heutigen Gedenkarbeit nicht um persönliche Anklagen, sondern um Erinnern und die Wissensvermittlung für ein friedliches und tolerantes Zusammenleben – heute und in der Zukunft – geht.

Er bedankte sich bei der Marktgemeinde Guntramsdorf für die umfassende technische Unterstützung der Veranstaltung, die auf einem Gelände ohne Strom, Wasser oder sonstiger Infrastruktur organisiert wurde.

Weiters nahmen Nationalratsabgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek, Landtagsabgeordneter a. D. Helmut Edelmayr (OÖ), Bezirkshauptmann Hannes Nistl, der Laxenburger Bürgermeister Robert Dienst, der Vizebürgermeister der Stadt Mödling, Andreas Holzmann, der Vizebürgermeister der Gemeinde Wienerwald, Mirko Bernhard, sowie Vizebürgermeister Robert Weber und zahlreiche Gemeinderäte aus Guntramsdorf an der Veranstaltung teil.

Vor der eigentlichen Gedenkfeier bot der Gedenkverein erstmals Führungen am neu gestalteten Lehrpfad am KZ-Gelände an. Diese stehen in Zukunft auch den Schulen und Vereinen des Bezirkes offen (Infos unter http://www.gedenkverein.at).

Diakon Andreas Frank zelebrierte gemeinsam mit seiner evangelischen Kollegin Barbara Rauchwarter einen ökumenischen Gedenkgottesdienst, der mit einer besonders berührenden Verlesung der Namen der Guntramsdorfer KZ-Opfer seinen Höhepunkt fand.

Zum Abschluss der Veranstaltung wurde die bedrückende TV-Dokumentation „Waldecks Medikamentenkiste“ des Guntramsdorfer Filmemachers Walter König gezeigt, die sich mit dem Todesmarsch der KZ-Häftlinge aus Guntramsdorf und Wiener Neudorf zurück ins KZ Mauthausen im April 1945 befasst.

Waldecks Protokolle im Original finden Sie auch hier auf der Website unter Lageralltag und Todesmarsch.

Der Film ist auch auf DVD zum Preis von 20 Euro erhältlich. Bestellungen: w.koenig@kabsi.at.

Der Lagerpfad wurde an diesem Abend mit Fackeln beleutet.
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